Netzwerk-Security & Firewall-Design
Segmentierung, Policy Design, Zero Trust und VPN – so, dass Betrieb und Audit mitgehen.
Dieser Hub ist für alle, die Netzwerke nicht nur „zum Laufen“, sondern sicher und nachweisbar betreiben wollen: klare Zonen, klare Regeln, klare Reviews.
Netzwerk-Security ist Architektur (nicht nur Firewall)
Wenn das Netzwerk flach ist, ist jede kompromittierte Identität sofort „Domain Admin in Zeitlupe“.
Gute Netzwerk-Security beginnt mit einem Zonenmodell: was darf wohin, warum, und wie wird es nachgewiesen?
- Segmentierung: Zonen/VLANs + kontrollierte Übergänge
- Policy Design: „deny by default“, explizite Allow-Listen
- Naming/Adressierung: konsistent (damit Doku und Logs stimmen)
- Change- und Review-Prozess: Regeln altern – Reviews sind Pflicht
Firewall-Policy Design (sauber planbar)
Eine Firewall ist nur so gut wie ihre Policy. Best Practice ist: wenige, klare Regeln statt 5.000 Ausnahmen.
Wichtig: Regeln sind Produkte. Sie brauchen Owner, Ticket-Referenz, Zweck, Laufzeit und Review.
- Regelstruktur: Zone → Zone, Service, Direction, Owner, Expiry, Ticket
- Objekte statt IP-„Wildwuchs“ (Services, FQDN-Objekte, Gruppen)
- Logging: nur sinnvolle Events (den Rest aggregieren/ratelimit)
- Regelhygiene: Shadowing, Duplicates, „any-any“, alte NATs entfernen
# Beispiel: Minimal-Regel-Template (Policy-as-Text)
Rule-ID: FW-EXT-0123
Source Zone: VPN-Users
Destination Zone: App-Zone
Source: grp_vpn_users
Destination: app_frontend_01
Service: https(443)
Action: allow
Log: session-end
Owner: app-team
Ticket: CHG-2026-00192
Review: quarterly
Expiry: 2026-06-30
Zero Trust im Netzwerk (praktisch)
Zero Trust heißt nicht „alles blocken“. Es heißt: explizit prüfen, minimieren, kontinuierlich überwachen.
Im Netzwerk bedeutet das häufig: mikrosegmentierte Zonen, Identity-Context, mTLS, und saubere Telemetrie.
- Identity-first: Zugriff an Identität + Device Posture koppeln
- East-West kontrollieren: interne Flows sind oft das Problem
- „Assume breach“: laterale Bewegung einkalkulieren
- Telemetry: Flow-Logs + DNS + Auth + Endpoint = Detektionsbasis
VPN & Remote Access (WireGuard / IPsec) richtig betreiben
VPN ist nicht „Tunnel up“. VPN ist ein Zugriffssystem: Auth, Autorisierung, Segmentierung, Monitoring, Rotation.
Wichtig: separate Zonen für VPN-Clients, klare Allowed-Destinations, und Logging in das zentrale System.
- WireGuard: schlank, schnell – aber Key-Management muss sauber sein
- IPsec: kompatibel – aber Parameter/Interoperabilität brauchen Standard
- Split-Tunnel bewusst (Security vs. Performance) entscheiden
- Access Reviews: wer braucht noch Zugriff – und warum?